Die Gehälter der Führungskräfte von Wasserversorgungsunternehmen stiegen im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 25,3 Millionen Pfund. Diese Entwicklung erfolgte inmitten eines staatlichen Bonusverbots und wachsender öffentlicher Empörung über steigende Wasserrechnungen und Umweltverschmutzung. Die Enthüllungen zeigten, dass Unternehmen Wege fanden, ihre Führungskräfte durch verschiedene Vergütungsmechanismen zu belohnen, die die gesetzlichen Einschränkungen umgingen.
Einige Spitzenverdiener erhielten zusätzliche Zahlungen, die nicht als Bonuszahlungen galten. Mark Thurston von Anglian Water erhielt beispielsweise 1,9 Millionen Pfund, darunter eine sogenannte „Bindungszahlung“ von 500.000 Pfund, obwohl das Bonusverbot in Kraft trat. Louise Beardmore, die Geschäftsführerin von United Utilities, erhielt 2,5 Millionen Pfund, was eine Steigerung von 1,1 Millionen Pfund gegenüber dem Vorjahr darstellte. Diese Summen wurden durch Gehaltserhöhungen und die Nutzung von Lücken in den Vergütungsregelungen erzielt, wie eine Analyse von vierzehn Unternehmen, die den Großteil Englands und Wales bedienten, zeigte.
Diese Offenlegung verstärkte den Druck auf politische Akteure, die den Sektor zu regulieren. Die Situation wurde durch die drohende Insolvenz des größten britischen Wasserunternehmens Thames verschärft, während 23 Millionen Menschen durch Dürreverbote bedroht waren. Umweltaktivisten und Politiker kritisierten die hohen Gehälter als Zeichen dafür, dass essenzielle öffentliche Ressourcen als private Güter behandelt wurden. Ein Mitglied der Grünen Partei argumentierte, dass die Wasserversorgung in öffentliche Hand überführt werden müsse, um sicherzustellen, dass Einnahmen in das System zurückflossen und nicht in die Taschen der Aktionäre und der Führungskräfte.
Die Kontroverse um die Vergütung intensivierte sich aufgrund der anhaltenden Problematik der Abwasserentsorgung in britischen Flüssen und Meeren. Die Versorger erhielten die Erlaubnis, die Rechnungen stark anzuheben, um notwendige Investitionen in undichte Rohre und veraltete Anlagen zu tätigen. Trotz des Bonusverbots erhielten einige Unternehmen zusätzliche „jährliche Zulagen“ oder andere nicht leistungsbezogene Zahlungen, die nicht unter das Verbot fielen. Dies führte zu Kritik von Gewerkschaften, die die Praktiken als Versuch empfanden, die Reputation privater Wasserunternehmen zu beschädigen.
Das High Pay Centre stellte fest, dass die aktuellen staatlichen Maßnahmen unzureichend seien. Experten forderten eine grundlegende Überarbeitung des Unternehmensführungsmodells, um zu verhindern, dass hohe Gehälter trotz schlechter Leistung fortbestanden. Es wurde betont, dass die Regierung durch Maßnahmen wie Höchstvergütungsverhältnisse oder eine stärkere Kontrolle der Unternehmensführung die Situation fundamental verbessern müsse. Sollte Thames Water in öffentliche Kontrolle übergehen, sollte dies eine Gelegenheit darstellen, einen neuen Ansatz für die Vergütung und die Unternehmensführung zu demonstrieren.