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Umwelt

Großes Wasserspar-Kampagnen startete, um den Verbrauch im Zuge der Hitzewelle zu senken

Psychologen beraten zur Veränderung der Wahrnehmung und zur Bewältigung der drohenden Wasserknappheit

Eine der größten Kampagnen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs startete diese Woche. Die Initiative, genannt „Let’s Save Water“, zielte darauf ab, die Öffentlichkeit dazu anzuregen, ihren Wasserverbrauch zu senken, als das Vereinigte Königreich aus den Rekordtemperaturen der Klimakrise hervorging. Die Öffentlichkeitskampagne, die 75 Millionen Pfund kostete, forderte die Bürger auf, ihren täglichen Wasserverbrauch um 28 Liter – das entspricht zwei großen Eimern – von dem aktuellen Durchschnitt von etwa 140 Litern pro Tag zu reduzieren.

Die Kampagne wurde durch eine Kooperation mehrerer Akteure getragen, darunter Wasserversorger, die Wasserregulierungsbehörde Ofwat, die Umweltbehörde Environment Agency, das Met Office sowie Natural Resources Wales. Diese Zusammenarbeit diente dazu, die Bevölkerung dazu anzuleiten, Wasser als eine wertvolle Ressource zu betrachten. Ein Team von Verhaltenspsychologen beriet die Kampagne, deren Ziel es war, die Einstellungen der Menschen bezüglich des Wasserverbrauchs zu verändern.

Prof. Thomas Webb, Sozialpsychologe an der Universität Sheffield, betonte die zentrale Herausforderung: „Das entscheidende Problem war, wie man den Menschen glauben ließ, dass Wasser eine wichtige Ressource sei.“ Er erklärte, dass Annahmen geändert werden mussten und die Menschen über den Umfang ihres Verbrauchs aufgeklärt werden mussten, um sie dazu zu bewegen, den Verbrauch als kollektiven Einsatz und etwas zum Stolz zu erachten.

Die Prognosen für England und Wales zeigten eine ernste Lage: Aufgrund des Klimawandels, der Bevölkerungswachstums und der Expansion wasserintensiver Industrien wie Rechenzentren, erwarteten Experten einen Wasserbedarf von 5 Milliarden Litern pro Tag bis 2055. Dies entsprach einem Defizit von zwei Tausend olympischen Schwimmbecken.

Forschungsergebnisse zeigten jedoch, dass die Bevölkerung den tatsächlichen Wasserverbrauch stark unterschätzte. Im Durchschnitt glaubten die Menschen, sie verbrauchten nur etwa 30 Liter pro Tag, während der tatsächliche Verbrauch bei etwa 140 Litern lag. Die Kampagne rief daher zur Umsetzung kleiner, alltäglicher Änderungen auf, wie die Nutzung kürzerer Duschen, die Installation von Wasserbehältern im Garten und die Reparatur von tropfenden Armaturen.

Ein weiterer Aspekt der Debatte betraf die Verantwortung der Industrie. Die öffentliche Vertrauensbasis in die Wasserversorger sank aufgrund von massiver Abwasserverschmutzung und Unterbrechungen des Trinkwassers in Südostengland. Leckagen bei den Versorgungsunternehmen stellten 19 Prozent des Wasserbedarfs dar. Obwohl die Unternehmen eine Investition in neue Speicherbecken ankündigten, betonte ein Vertreter von River Action, dass die größte Verantwortung bei den Unternehmen selbst lag. Es wurde ein vollständig finanziertes nationales Notfallprogramm gefordert, das sowohl Umweltverschmutzer als auch Wasserversorger zur Rechenschaft zog.

Die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Klimawandel im House of Lords forderte eine glaubwürdige, ganzjährige Kommunikationsstrategie. Sie betonte, dass diese Strategie transparent sein musste und nachweisen musste, dass die Wasserversorger sichtbare Schritte unternahmen, um ihre eigenen Zustände zu verbessern. Nur wenn die Wasserversorger durch ihr eigenes Beispiel handelten, konnte die Bevölkerung nachhaltige Veränderungen im Verhalten akzeptieren.

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