Wellington sah sich mit einer sechsmonatigen Wartezeit konfrontiert, bevor die Reparatur des Abwasserreinigungswerks abgeschlossen werden konnte. Die Maßnahme sollte verhindern, dass Millionen Liter Abwasser weiter in die Gewässer vor der Küste der Hauptstadt strömten. Offizielle Stellen gaben an, dass die vollständigen Reparaturen mit Kosten von 53,5 Millionen Neuseeländischen Dollar bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen würden.
Über hundert Tage verstarb das Klärwerk der Stadt am 4. Februar. Eine Mischung aus Rohabwasser und teilweise gefiltertem menschlichem Abfall floss direkt in den Pazifischen Ozean. Bürgermeister Andrew Little verkündete, dass das Klärwerk Moa Point in sechs Monaten wieder betriebsbereit sein würde. Die Arbeiten zur Schadensbegutachtung und Reinigung des Werkes begannen bereits, wobei alle wesentlichen Reparaturarbeiten bis November abgeschlossen werden sollten.
Bis dahin sollte das Abwasser entfernt und die Abfallprodukte größtenteils behandelt werden, wodurch die Wasserqualität innerhalb weniger Wochen auf das höchste Niveau gehoben wurde. Little versicherte den betroffenen Unternehmen an der Südküste Wellington, dass diese Zeitlinie eine verlässliche Grundlage bot. Die vollständige Wiederherstellung der Kapazität sowie die Behebung des Konstruktionsfehlers, der zum Ausfall führte, sollten bis Ende 2027 vollendet werden.
Die Einwohner Wellington empfanden die jüngste Information gemischt. Sie befürchteten, dass die Gesundheit und die Lebensgrundlagen der Menschen sowie die marinen Ökosysteme weiterhin gefährdet blieben. Nicole Miller, Vorsitzende des Treuhandfonds, der das marine Schutzgebiet Taputeranga unterstützte, äußerte tiefe Sorge hinsichtlich der Pinguine, Delfine und Fische, die Rohabwasser konsumierten.
Der Geschäftsführer von Destination Kilbirnie beklagte sich über den unerwartet langen Zeitplan. Die zwanzig Unternehmen, die am stärksten betroffen waren – darunter Tauch- und Wasserrecreation-Firmen – erwarteten einen Gesamtschaden von drei bis vier Millionen Neuseeländischen Dollar, falls das Klärwerk nicht bis September repariert wurde. Walters äußerte die Befürchtung, dass einige Unternehmen den Winter nicht überstehen würden. Er betonte, dass dies ein Versagen der Stadtverwaltung sei und die Kosten für Steuern, Strom und Personal weiterhin bestritten werden müssten.
Eine unabhängige Überprüfung der Katastrophe wurde im August erfolgen. Zwei Schadensberichte stellten fest, dass eine Luftblase in einem Rohr wahrscheinlich zum Überfließen des Klärwerks beigetragen hatte und 80 Prozent der Ausrüstung zerstörte. Seit Februar floss Abwasser in den Cook Strait. Bei Regen erschien das Abwasser nur wenige Meter vom Ufer entfernt und schloss Strände ab.
Der Chefbetriebsleiter von Wellington Water, Charles Barker, berichtete, dass man „unglaublich schnell“ an dem komplexen Plan arbeitete. Er betonte, dass die enorme Größenordnung der Aufgabe und die Schwere der Arbeit nicht überraschend seien. Er versicherte, dass die Wiederaufbauarbeiten darauf abzielten, eine weitere Katastrophe zu verhindern, da keine Anzeichen dafür existierten, dass das Werk erneut versagen würde. Die Möglichkeit eines erneuten Überfließens wurde nach Abschluss der Arbeiten „eliminiert“.
Die Moa Point Anlage unterstand der Aufsicht von zwei Ebenen der lokalen Regierung sowie einer Wasserversorgungsgesellschaft, Wellington Water, welche die französische Abfallwirtschaftsgesellschaft Veolia beauftragte. Eine neue Körperschaft namens Tiaki Wai, die durch die Regierung im Rahmen ihrer Wasserreformen geschaffen wurde, übernahm ab dem 1. Juli die Wasserwerte der Region Wellington. Diese Katastrophe trat inmitten eines Berichts der Nationalen Klimakommission auf, der die Wasserinfrastruktur des Landes als erhebliches Risiko bei zunehmenden Sturmereignissen hervorhob.