Weltführer gratulierten Andy Burnham zur Aufnahme seiner Tätigkeit als Premierminister Großbritanniens. Er wurde damit der siebte Premierminister in einem Jahrzehnt in 10 Downing Street. Internationale Medien konzentrierten sich jedoch primär auf die Dimensionen der Herausforderungen, denen sich der neue Staat stellen musste.
Präsident Emmanuel Macron aus Frankreich äußerte die Hoffnung auf eine tiefere Beziehung im Dienste der Völker und eine neue Dynamik in der Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sprach mit Burnham über die anhaltende Unterstützung für die Ukraine und betonte die enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Großbritannien. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, zeigte sich ebenfalls bereit, die EU-UK-Partnerschaft zu stärken und betonte das gemeinsame Bestreben, die Unionen näher zusammenzubringen.
Über die diplomatischen Worte hinaus fokussierte die Berichterstattung auf Burnhams regionale Identität. Die französische Public Sénat berichtete, dass der neue Premierminister aus der Arbeiterklasse des Nordens Englands stammte. Er hatte sich das Bild eines „Alltagsmenschen“ geschaffen, indem er ohne Krawatte und oft in T-Shirts erschien, was ihn als Politiker vor Ort und nah an alltäglichen Sorgen darstellte.
Die italienische Zeitung Corriere della Sera äußerte jedoch Besorgnis über die tiefgreifende Unruhe, Instabilität und soziale Verärgerung im Vereinigten Königreich. Gleichzeitig deuteten Burnhams Pläne zur Nationalisierung und Reindustrialisierung an, dass er die Vergangenheit als Modell betrachtete. Kritiker argumentierten, dass das Land unfähig schien, die Zukunft zu planen und sich in einer rückwärtsgewandten Idylle versteckte.
Das Irish Times merkte an, dass Burnham eine Erfrischung darstellen konnte, doch die Probleme, die den Vorgänger Starmer zum Sturz brachten – ein Haushalt, der den dringend benötigten Bedarf in Verteidigung, Wohnen, Sozialwesen und Ausbildung nicht decken konnte – blieben bestehen. Es wurde befürchtet, dass der neue Premierminister durch die Einhaltung strenger fiskalischer Regeln eingeschränkt sei. Sein Instinkt könnte auf die linke Seite zeigen, doch er versuchte zu beweisen, dass er von der Mitte regieren konnte, eine Aufgabe die als immens erachtet wurde.
Ein Essay des New York Times mit dem Titel „Der König des Nordens wird Großbritannien nicht retten“ betonte, dass Burnham auf seinem „Außenseiterstatus“ und seiner „Alltagsmenschen-Persona“ profitierte, eine wertvolle Ware in antipolitischen Zeiten. Dennoch sah man in dem Land, das nach Starmer eine Erholung erhoffte, vielmehr eine Fortsetzung des Bestehenden. Die Beziehungen zu den USA und der Ukraine blieben stabil, während Australien und Großbritannien ihre langjährige Freundschaft bekräftigten und die Stärkung der Partnerschaft für die kommenden Jahre vorsehen.