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Politik

Fünf Jahre nach der Machtübernahme: Der westliche Einfluss auf Afghanistan schwindet

Zwischen humanitärem Bedarf und diplomatischer Blockade suchen internationale Akteure neue Wege der Kontaktaufnahme mit der Taliban-Regierung

Fünf Jahre nach der Machtübernahme durch die Taliban verlor der Westen seine unmittelbare Einflussnahme auf Afghanistan. In einem verstaubten Keller eines Dorfes südlich von Kabul veranstalteten Dutzend junge Frauen die Herstellung von Marmeladen und stellten Etiketten auf Glasdosen. Solche Unternehmungen bildeten die seltenen Räume, in denen Frauen noch Fähigkeiten und Beschäftigung erwerben konnten. Die Situation verschlechterte sich jedoch: Neue Regeln verlangten, dass Frauen Männer zur Vermarktung ihrer Produkte nutzten und nur Männer an Ständen für Messen teilnehmen durften. Die Taliban begründeten diese Einschränkungen mit dem Vorwurf, Frauen trugen keine angemessene Hijab.

Die Lage in Afghanistan blieb tief gespalten. Nach der Konservativen islamistischen Bewegung verbot die Regierung Frauen weite Teile des öffentlichen Lebens und verhinderte den Zugang zu Schulen für Mädchen ab dem Alter von zwölf Jahren. Viele innerhalb und außerhalb Afghanistans fragten sich nach dem besten Weg, um die Taliban zu erreichen und substanzielle Veränderungen zu erzielen. Die internationale Reaktion teilte sich: Westliche Staaten konzentrierten sich auf Menschenrechte, während andere stärker auf Investitionsmöglichkeiten bedachten. Der Westen selbst war hinsichtlich der besten Antwort gespalten, da viele akzeptierten, dass ihre bisherigen Bemühungen nicht fruchteten.

Die Taliban konsolidierten ihre Kontrolle und sammelten Einnahmen aus Bergbau und Energie mit Ländern wie Peking, Moskau und Abu Dhabi. Dennoch blieben sie durch internationale Sanktionen, die mit Terrorismus und Menschenrechtsverletzungen verbunden waren, eingeschränkt. Russland erkannte ihre Herrschaft formell an, und die Taliban durften nicht ihren Platz in den Vereinten Nationen in New York beanspruchen. Die diplomatische Anerkennung verlor somit ihren Fokus. Zahlreiche Länder gewährten de facto Anerkennung durch Handelsabkommen und diplomatische Beziehungen.

Ein ehemaliger hochrangiger UN-Beamter erklärte anonym, dass die Taliban zwar Anerkennung in den Vereinten Nationen wünschten, diese jedoch nicht mehr als so mächtiges Verhandlungsinstrument diente wie zu Beginn. Die Taliban erweiterten ihre diplomatische Präsenz weltweit, indem sie Afghanische Botschaften unter ihrer Kontrolle sammelten. Der Hauptsprecher der Taliban, Zabihullah Mujahid, forderte eine engere diplomatische Zusammenarbeit, um Fortschritte zu erzielen.

Die Situation galt als ein instabiles und potenziell gefährliches Gleichgewicht. Während internationale Aufmerksamkeit durch Konflikte in der Ukraine und dem Nahen Osten abgelenkt wurde, blieb Afghanistan weitgehend aus den Augen der Welt. Ein westlicher Diplomat bemerkte, dass die eigentliche diplomatische Lücke in den Vereinigten Staaten lag, insbesondere durch die Entscheidung der US-Regierung, ihre Sonderbeauftragungspositionen aufzulösen und wichtige Organisationen wie USAID aufzulösen.

Die UN-Beamten betonten, dass der Dialog langsam sei und Fortschritte inkrementell erfolgten. Ein neuer Prozess namens „Mosaik“ suchte eine strukturiertere Verhandlung auf sechs Kernpunkte, darunter Menschenrechte und Taliban-Anforderungen wie Sanktionserleichterungen. Dennoch bestand die Überzeugung, dass Druck und Drohungen nicht zum Erfolg führten. Die beste Chance lag in einer konsistenten und gemeinsamen Kommunikation und Handlung.

Auf lokaler Ebene suchten Hilfsorganisationen pragmatische Lösungen. Es wurden Umgehungswege gefunden, die es Frauen erlaubten, in bestimmten Sektoren von zu Hause aus zu arbeiten. Hilfsorganisationen betonten, dass die Taliban klare rote Linien setzten, und dass die Verhandlungen auf gegenseitigem Verständnis basierten. Die Jam-Macherin Najia forderte eine härtere Linie: Dialoge sollten nicht über Hilfsfragen hinausgehen, solange keine signifikanten Veränderungen im Gegenzug erzielt wurden. Letztlich schloss ein westlicher Analyst, der anonym bleiben wollte, den Schluss, dass echte Veränderungen nur aus dem Inneren Afghanistans selbst resultieren konnten.

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