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Welt

WHO beruhigt Bewohner Teneriffes vor Ankunft von Kreuzfahrtschiff mit Virusausbruch

Risiko bleibt gering, Experten führen medizinische Bewertungen durch

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versuchte, die Einwohner Teneriffes zu beruhigen, bevor ein Kreuzfahrtschiff, das mit einem Hantavirus-Ausbruch in Kontakt kam, im Hafen ankam. Tedros Ghebreyesus betonte in einer persönlichen Nachricht, dass es sich nicht um eine erneute Covid-Situation handle und das aktuelle öffentliche Gesundheitsrisiko durch das Virus gering bliebe. Er versicherte die Bevölkerung, dass die Gefahr einer Ansteckung gering sei, obwohl sechs Fälle unter den Passagieren bestätigt wurden und eine Todesfolge auf dem Schiff stattfand.

Das Schiff, die MV Hondius, sollte am Sonntagvormittag in Granadilla anlegen, was bei den Einheimischen Besorgnis auslöste. Spanische Behörden lieferten detaillierte Informationen über die ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen, um die Sorgen zu lindern. Die WHO stellte klar, dass Hantaviren primär durch Nagetiere übertragen werden; eine Übertragung auf den Menschen, insbesondere der Anden-Stamm, ist zwar möglich, aber nicht belegt. Symptome des Virus umfassten Fieber, extreme Erschöpfung und Magen-Darm-Beschwerden.

Um die Situation zu bewerten, befand sich ein WHO-Experte an Bord der MV Hondius, zusammen mit zwei niederländischen Ärzten. Diese Fachleute führten medizinische und Expositionsprüfungen aller Insassen durch und berichteten, dass keine weiteren Symptome des Hantavirus beobachtet wurden. Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García erläuterte die strengen Vorsichtsmaßnahmen für die Entladung der Passagiere, darunter das Tragen von FFP2-Masken sowie die Begrenzung der mitgeführten persönlichen Gegenstände.

Die Passagiere wurden auf dem Schiff festgehalten und sollten nur bei Abflug auf kleineren Booten reisen können, wenn ein Rückflugflug zur Verfügung stand. Es wurden Flüge nach verschiedenen Ländern geplant, darunter Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland. Die Entscheidung, das Schiff in Teneriffa aufzunehmen, stieß jedoch auf Widerstand der regionalen Regierung, was zu lokalen Protesten und Angriffen gegen die Zentralregierung führte. Der Generaldirektor der WHO lobte die spanische Entscheidung als einen Akt der Solidarität und moralischen Pflicht, da Teneriffa die notwendige medizinische Infrastruktur besitze.

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