Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) intensive Gemeinschaftsarbeit zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs. Der Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass die Bekämpfung der Krankheit eine gemeinsame Aufgabe sei und dass jeder Bürger involviert werden müsse. Diese Forderung erfolgte während eines Besuchs im Osten der Kongo, wo lokale Bewohner gegen strenge medizinische Protokolle für die Behandlung von Opfern protestierten.
Die Proteste richteten sich gegen die Einschränkungen bei der Handhabung von Leichen, welche die lokalen Bestattungsrituale verletzten. Diese Stimmung war mit mindestens drei Angriffen auf Gesundheitszentren verbunden. Obwohl es keine Impfung gegen das Bundibugyo-Virus gab, erklärte Ghebreyesus, dass infizierte Personen sich erholen konnten. Er betonte, dass der Schlüssel darin liege, dass Menschen bei Symptomen frühzeitig medizinische Einrichtungen aufsuchten, um Unterstützung und Genesung zu erhalten.
Die Organisation meldete 906 Verdachtsfälle und 223 Todesfälle in der DRC. Die WHO erklärte den Ausbruch für einen öffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Bedeutung. Die Situation wurde durch Kämpfe zwischen rivalisierenden bewaffneten Gruppen in der mineralreichen Ituri-Region kompliziert, was die Hilfsbemühungen erschwerte. Ghebreyesus rief in diesem Zusammenhang zu einem Waffenstillstand auf und betonte, dass keine Konflikte oder Streitigkeiten das Leben unschuldiger Menschen durch eine vermeidbare Krankheit wert seien.
Internationale Unterstützung spielte eine wichtige Rolle bei der Linderung der Krise. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten leisteten zusätzliche finanzielle Hilfe, um die medizinische Versorgung zu stärken. Gleichzeitig mahnten Organisationen wie Médecins Sans Frontières (MSF) zur Vorsicht. MSF berichtete, dass die Verbreitung der Krankheit alarmierend war und die tatsächliche Ausmaß und Schwere des Ausbruchs unbekannt blieben. Teams beobachteten eine Reaktion, die der raschen Verbreitung der Epidemie noch nicht nachgeholt hatte.
Die Africa Centres for Disease Control and Prevention forderten, dass nationale Notfallsysteme schnell aktiviert wurden und Investitionen in die Pandemievorsorge dauerhaft gesichert werden mussten. Jean Kaseya, der Generaldirektor der Organisation, betonte, dass die Reaktion Afrikas auf Ebola von Afrika selbst definiert werden müsse. Internationale Unterstützung sei nur dann am wirksamsten, wenn sie den Strategien afrikanischer Institutionen und Regierungen entsprach.