Eine wütende Menschenmenge entzündete einen Teil eines Krankenhauses am Epizentrum des Ebola-Ausbruchs in der östlichen Demokratischen Republik Kongo. Die Aktion erfolgte, nachdem Angehörige eines jungen Mannes, der an dem Virus gestorben war, daran gehindert wurden, seinen Leichnam für die Beerdigung zu entfernen.
Lokale Politiker berichteten über die Szene am Rwampara-Krankenhaus. Die Menge warf Projektile auf das Krankenhaus und entzündete sogar Zelte, welche als Isolationsstationen dienten. Die Polizei schoss Warnschüsse ab, um die Ansammlung zu zerstreuen.
Die Behörden versuchten, die Ordnung wiederherzustellen, während medizinische Mitarbeiter, die sich in der Nähe der Stadt Bunia in der Provinz Ituri befanden, unter militärischen Schutz gestellt wurden. Ein medizinisches Personal wurde von Demonstranten durch Steine verletzt, bevor die Strafverfolgungsbeamten eingriffen.
Die Ursache der Unruhen lag im tiefen Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Krankheit. Einige lokale Akteure glaubten nicht an die Realität des Virus, das bisher über 130 Todesfälle in der östlichen DR Kongo verursachte. Sie empfanden den Ausbruch als Erfindung von Außenstehenden oder als eine Verschwörung von Nichtregierungsorganisationen und Krankenhäusern, die Geld suchten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete den Vorfall als eine öffentliche Gesundheitsnotlage von internationaler Bedeutung, betonte jedoch, dass es sich nicht um eine Pandemie handelte. Die WHO schätzte, dass 139 Menschen in der DR Kongo an Ebola gestorben waren, von 600 Verdachtsfällen.
Die Situation verschärfte sich durch die Verbreitung des Virus in die Nachbarländer. Zwei Fälle wurden in Uganda festgestellt, woraufhin die Behörden temporär Flüge und alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel an der Grenze zum Nachbarland aussetzten. Die Ursache des Ausbruchs war eine seltene Ebola-Art, die Bundibugyo, für die es noch keine Impfung gab und die eine Impfung noch Monate in Anspruch nehmen würde.
Zudem meldete die M23-Rebellenbewegung den ersten Ebola-Fall in der Provinz Süd-Kivu, weit entfernt vom eigentlichen Epizentrum in Ituri. Es entstanden zunehmende Bedenken hinsichtlich des Zugangs zu Gebieten, die unter der Kontrolle der Rebellen standen und wo die Lage unklar blieb.