Der Yen erreichte seinen Höchststand innerhalb von drei Monaten. Dies geschah nach einer gemeinsamen Operation der japanischen und amerikanischen Regierungen, welche die japanische Währung stützen sollte. Am Montag stieg der Yen auf 155 Dollar an, ein Niveau, das seit Anfang Mai nicht mehr erreicht worden war. Tokio und Washington bestätigten, dass sie Ende der vorigen Woche eine seltene gemeinsame Währungsintervention durchgeführt hatten.
Die Finanzministerien beider Länder erklärten am Montag, dass die Regierungen eine koordinierte Yen-Kaufintervention durchgeführt hatten und weitere Maßnahmen nicht scheuten würden. Diese Intervention erfolgte, nachdem der Yen in der vergangenen Woche auf ein 40-jähriges Tief von fast 164 Dollar fiel.
Donald Trump äußerte sich gegenüber Journalisten am Sonntag und versprach Unterstützung: „Sie hatten einen schwächelnden Yen, und sie wollten ein wenig Hilfe. Wir sind immer für Japan da.“ Die Schwäche des Yen resultierte aus niedrigen japanischen Kreditkosten im Vergleich zu anderen Industrienationen. Diese Disparität förderte den sogenannten „Carry Trade“, bei dem Investoren billig in Yen leihgaben, um in dollarnachgestellte Vermögenswerte mit höherer Rendite zu investieren.
Zudem litt der Yen unter der Besorgnis über die politischen Maßnahmen der Premierministerin Sanae Takaichi zur Ankurbelung der japanischen Wirtschaft. Ihre Kritik an den Zinssätzen der Bank von Japan, welche die Kreditkosten im Land erhöhten, trug ebenfalls zur Schwächung bei.
Der US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, Washington würde „nicht zögern, an einer weiteren gemeinsamen Intervention teilzunehmen“ und forderte gleichzeitig weitere Zinserhöhungen von der japanischen Zentralbank. Ein Foto aus dem Notizbuch von Bessent zeigte, dass seine Aufgabenliste den Kauf von 5 bis 10 Milliarden US-Dollar an Yen enthielt.
Daten der Bank von Japan zeigten, dass Tokio am Freitag 36,58 Milliarden Dollar ausgaben, um Yen zu kaufen und die lokale Währung zu stärken. Dies stellte die erste Zusammenarbeit zwischen Japan und den Vereinigten Staaten dar, seit eine gemeinsame Intervention im März 2011 zur Schwächung des Yen nach dem Erdbeben und der Tsunamis in Tohoku stattfand.
Analysten befürchteten jedoch, dass die koordinierte Intervention der USA und Japans nicht ausreichen würde, um den Trend der Yen-Schwäche umzukehren. Oxford Economics vermutete, dass die Intervention das Risiko eines starken Yen-Abwertungsrisikos reduzierte und der Bank von Japan mehr Zeit zur Beurteilung der Auswirkungen des Nahostkonflikts und früherer Zinserhöhungen auf die Wirtschaft gewährte.