Die Weltmeisterschaft erlebte ihren Höhepunkt, und neben den Spielen genossen die Fans ein Spektakel aus Sichten, Klängen, Farben und Liedern. Die Weltmeisterschafts-Hymne fungierte seit Jahrzehnten als beliebter Vorbote für die Spiele. Offizielle Anthems jüngerer Turniere sangen Stars wie Pitbull und Shakira, doch die Songs aus früheren Jahrzehnten, insbesondere jene, die die Qualifikation Nordirlands und der Republik Irlandes markierten, blieben tief in der Erinnerung verankert. Diese Klassiker sangen die heutige Generation, auch wenn sie nicht bei der Erstveröffentlichung dieser Kultstücke geboren worden war.
Was macht einen Weltmeisterschaftssong zeitlos? Fans erinnerten sich an Lieder mit nostalgischen und blind optimistischen Texten, wie beispielsweise „World In Motion“ (England) und „Put ‘Em Under Pressure“ (Republik Irland). Der berühmte Refrain „Olé, olé, olé, olé“ verband diese Hymnen. Ein entscheidendes Element war die Gitarrenmelodie des Songs „Dearg Doom“ von Horslips, die eine zentrale Komponente der Hymne der Republik Irland bildete. Diese Melodie nutzte die Produktionstechniken des Schlagzeugers Larry Mullen Junior von U2. Der Bassist von Horslips, Barry Devlin, fand es eine angenehme Überraschung zu erfahren, dass die Gitarrenpassage für den Song adaptiert worden war, zusammen mit Audiozitaten des damaligen Weltmeister Jack Charlton und des damaligen Weltmeisterjahres 1966.
Der Tyroneer beschrieb die Hymne als „einen der größten Fußball-Anthems, die es je gab“. Er betonte, dass der Song eine legendäre Stellung besaß und „die Nacht bei Hochzeiten beendete“. Devlin erinnerte sich an die frühen Aufnahmen von U2, bei denen er die ersten Demos produzierte. Er berichtete, dass er die ersten Aufnahmen von Larry Mullen Junior als Teenager im Jahr 1978 machte und dass er sich in der späten Nacht mit dem Drummer übte, bevor sein Vater ihn zur Schule schickte.
Devlin sah das Jahr 1990 als transformativ für die Geschichte der Weltmeisterschafts-Songs. Er vermutete, dass ein Versuch unternommen wurde, intelligenter zu werden und den eigentlichen Spielbetrieb einzubeziehen. Diese Innovation stellte einen Wendepunkt dar, da diese Songs seitdem nicht übertroffen worden waren. Die Fans genossen weiterhin die Singalongs zu „World In Motion“. Erst letzte Woche erlebten Fans in Manchester eine Überraschung, als der ehemalige englische Star John Barnes bei Peter Hook & The Light auftrat, um seinen berühmten Rap aus dem Lied vorzuführen.
Die Verbindung Nordirlands zu Weltmeisterschafts-Songs reichte bis 1970 zurück, als Phil Coulter als Mitautor von Englands „Back Home“ arbeitete. Coulter schrieb auch das irische Stück „Easy, Easy“ im Jahr 1974. Er erinnerte sich daran, wie erfolgreich die Verkaufszahlen von „Back Home“ waren, bis Englands Niederlage in den Viertelfinalspielen der Weltmeisterschaft 1970 gegen Westdeutschland eintrat. Er dachte, er könne mit den Einnahmen aus diesem Lied in Rente gehen, bevor die deutsche Mannschaft zurückkehrte und alles vorbei war.