Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug vor, dass Europa einen bevorzugten Verhandlungsführer für mögliche Gespräche mit Russland bestimmen sollte. Er betonte, dass Europa aktiv in den Prozess eingebunden werden müsse und eine starke Stimme in den Verhandlungen hätte. Selenskyj erklärte, es sei notwendig, festzulegen, wer Europa spezifisch vertreten sollte, um die zukünftigen diplomatischen Schritte zu leiten.
Diese Forderung zeigte die mangelnde Klarheit innerhalb der Europäischen Union. Obwohl die Union zahlreiche politische Spitzenfiguren besaß, fehlte es ihr an einer einzigen Person, die als eindeutiger Kandidat für schwierige Gespräche mit Moskau dienen konnte. Vladimir Putins Vorschlag, den ehemaligen deutschen Minister Gerhard Schröder als pro-russischen Verhandlungsführer zu benennen, wurde schnell zurückgewiesen, da seine Verbindungen zu Moskau nicht ignoriert werden konnten. Dennoch musste Europa überlegen, wer seine Interessen vertreten sollte, falls die Gespräche tatsächlich in diese Phase übergingen.
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen führte die Ukraine am Wochenende Gegenschläge gegen Russland durch. Die ukrainische Seite führte Angriffe gegen mehrere strategische Standorte durch, wobei mindestens vier Personen ums Leben kamen. Selenskyj rechtfertigte diese Maßnahmen als Reaktion auf die Verlängerung des Krieges und die Angriffe auf ukrainische Städte und Gemeinschaften. Er signalisierte damit deutlich, dass Kiew den Russen mitteile, dass ihr Staat seinen Krieg beenden müsse.
Die Situation eskalierte jedoch schnell. Über Nacht griff Russland erneut an, wobei über fünfhundert Drohnen und zwanzig Raketen eingesetzt wurden. Selenskyj forderte Europa in dieser Situation auf, alles in der Lage zu sein, einen zuverlässigen Schutz gegen diese Angriffe zu gewährleisten. Die diplomatische und militärische Dynamik zeigte, dass die Notwendigkeit einer klaren europäischen Position dringlich war.