Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte den Nordatlantikrat (NATO) auf, auf dem Gipfel in Ankara starke Entscheidungen zu treffen. Diese Forderung erfolgte unmittelbar nach einem weiteren Überraschungsangriff Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Während der Überraschungsstreife wurden elf Menschen getötet und 117 Verletzte meldet die Staatsanwaltschaft. Die russische Seite behauptete, ihr massiver Angriff habe militärische und Energieanlagen sowie Luftwaffenstützpunkte in Kiew und umliegenden Gebieten ins Visier genommen.
Die russische Aktion traf die Hauptstadt in der Nacht vor dem Beginn des NATO-Gipfels. Neben den Todesopfern verursachte die Attacke erhebliche Schäden an Wohngebäuden und anderen Strukturen. Die Rettungsarbeiten liefen fort, und zahlreiche Personen, darunter auch Kinder, mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Langstreckenwaffen und Drohnen für diesen Angriff.
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha mahnte die Führungskräfte der Allianz zur sofortigen Reaktion. Er betonte, dass Entscheidungen zur Luftverteidigung nicht aufgeschoben werden durften. Sybiha warnte davor, dass die Zeit für zögerliche Schritte vorüber gewesen sei, da diese Moskau lediglich ermutigten, Terror über die Ukraine hinaus auszubreiten.
Selenskyj erklärte, dass die Ukraine aufgrund der unzureichenden Versorgung mit Abfangraketen Schwierigkeiten habe. Er appellierte an die Verbündeten, ihre Luftverteidigungssysteme zu liefern und die Leben der Zivilbevölkerung zu schützen. Er betonte, dass solange Patriot-Raketen in den Beständen der Verbündeten verblieben, Russland lediglich ermutigt werde, Wohngebäude zu zerstören.
Die Europäische Kommission Präsidentin Ursula von der Leyen unterstützte Selenskyjs Appell. Sie versprach, dass der Bedarf an besserer Luftverteidigung auf dem Gipfel in Ankara diskutiert werde. Sie versicherte zudem, dass Europa den Druck aufrechterhalten würde, bis Russland den Blutvergießen ende. Die Europäische Union versprach, die Unterstützung für die ukrainische Verteidigung durch fortschrittliche Drohnentechnologie weiter auszubauen.