Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die russische Haltung gegenüber einem Waffenstillstand zur Durchführung einer militärischen Parade in Moskau scharf verurteilt. Er bezeichnete das Vorgehen Kremls als „absoluten Zynismus“, da dies gleichzeitig mit täglichen Raketen- und Drohnenangriffen auf das ukrainische Territorium geschieht. Diese Kritik richtet sich gegen die Idee, eine Ruhephase zu suchen, um Propaganda-Feierlichkeiten abzuhalten, während die militärischen Aktionen ununterbrochen fortgesetzt werden.
In den jüngsten Angriffen auf ukrainische Infrastruktur wurden zahlreiche Opfer gefordert. Mindestens zwölf Menschen starben bei einem Schlag gegen die südliche Stadt Zapoljetsja, während weitere Opfer bei Angriffen auf Kramatorsk und in der Region Poltava verzeichnet wurden. Auch Mitarbeiter staatlicher Energieunternehmen sowie Einsatzkräfte wurden in den Luftangriffen getötet, was die Brutalität der militärischen Eskalation verdeutlicht. Insgesamt wurden in den jüngsten Aktionen über dreißig Personen verletzt.
Selenskyj betonte die Unhaltbarkeit dieser Strategie und forderte russische Führungskräfte auf, substanzielle Schritte zur Beendigung des Konflikts zu unternehmen. Er mahnte an, dass ein tatsächlicher Waffenstillstand nur dann sinnvoll sei, wenn er von einer echten Entschlossenheit begleitet wird, die militärischen Aktionen zu beenden. Die ukrainische Seite signalisierte zudem ihre Bereitschaft, im Falle eines russischen Stopps eine gegenseitige Reaktion zu erwidern.
Russland hat zwar einen einseitigen Waffenstillstand im Rahmen des Gedenktages für den Sieg über Nazi-Deutschland angekündigt, wobei die Parade ohne militärische Ausrüstung stattfinden soll. Dennoch bestehen erhebliche Befürchtungen, dass die Ukraine die Veranstaltung mit Langstrecken-Drohnen angreifen könnte. Die Möglichkeit, die militärische Machtdemonstration zu stören, stellt Moskau vor eine unangenehme Perspektive.
Parallel dazu intensiviert die Ukraine ihre Vergeltungsmaßnahmen, indem sie langreichweitige Angriffe auf russische Industrieanlagen und militärische Ziele durchführt. Drohnen haben auch weit außerhalb der unmittelbaren Frontlinie Ziele in den Ural-Regionen getroffen. Die militärische Lage bleibt angespannt, da Analysen zeigen, dass die russische Armee im Vergleich zum April mehr Territorium verloren hat, was den Fortschritt auf dem Schlachtfeld verlangsamt.