Eine neue Umfrage zeigte, dass die religiöse Zusammensetzung Australiens unter der aktuellen Zensusfragestellung nicht mehr als Mehrheit religiös erschien. Die Untersuchung ergab, dass die Art und Weise, wie die Frage formuliert wurde, die tatsächliche Zahl der Menschen ohne Religionszugehörigkeit unterschätzte. Die Umfrage, die vor dem australischen Zensus 2026 veröffentlicht wurde, lieferte deutliche Hinweise auf die Notwendigkeit einer Anpassung der Erhebungsmethode.
Die ursprüngliche Zensusfrage erlaubte den Befragten die Auswahl aus einer Liste, die die gängigsten Religionen sowie die Optionen „keine Religion“ und „andere“ enthielt. Bei dem Zensus von 2021 wählten etwa 39 Prozent der Befragten „keine Religion“. In der neuen Umfrage wählten 43 Prozent der Befragten dieselbe Option. Die Kampagne argumentierte, dass diese Methode die religiöse Tiefe Australiens überhöhte und die Zahl der Menschen ohne jegliche Zugehörigkeit verharmlachte.
Als Alternative wurde eine Frage mit einer klaren Ja-Nein-Option gestellt („Haben Sie eine Religion?“), gefolgt von einem Feld zur Eingabe bei „Ja“. In dieser alternativen Fragestellung wählten 54 Prozent der Befragten die Antwort „Nein“, was etwa zwei Millionen Erwachsene betraf. Dies verdeutlichte, dass die Formulierung der Frage maßgeblich beeinflusste, welche Daten erhoben wurden.
Der Bericht wurde von der Kampagne „Zensus – Nicht Religiös?“ in Auftrag gegeben, welche die australische Statistikbehörde (ABS) aufforderte, die Erhebungsmethode zu ändern. Ein Sprecher der Kampagne betonte, dass die Daten für die politische Entscheidungsfindung unerlässlich seien. Er äußerte Bedenken, dass die aktuelle Struktur die tatsächliche Vielfalt der Bevölkerung nicht adäquat abbildete.
Die Statistikbehörde erklärte, dass die Gestaltung der Frage eine Herausforderung darstellte, da sie die Annahme implizierte, dass eine Religion existierte. Obwohl die Behörde Feedback entgegennahm und Anpassungen vorschlug, lehnte sie die Änderung letztlich ab. Es wurde argumentiert, dass die Behörde durch Lobbyarbeit religiöser Gruppen beeinflusst worden sei, was die notwendige Reform verzögerte.
Die Behörde versprach jedoch, die Datenqualität zu verbessern. Sie veranlasste eine Überarbeitung der Kategorien und änderte die Datenverarbeitung, um die detailliertesten Informationen der Befragten festzuhalten. Dennoch sah die Kampagne die Möglichkeit einer umfassenden Reform als ungenutzt. Die Aufmerksamkeit richtete sich nun auf den Zensus 2031, um eine adäquate Erfassung der religiösen Realität Australiens zu gewährleisten.