Investitionen in ein vollständig zugängliches Nahverkehrssystem hätten die britische Wirtschaft um 176 Milliarden Pfund steigern können. Ein Bericht dieser Institution der Maschinenbauingenieure (IMechE) argumentierte, dass die Verbesserung der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen Millionen von Personen in den Arbeitsmarkt integrieren würde. Die Organisation stellte fest, dass das derzeitige System nahezu ein Viertel der erwerbsfähigen Bevölkerung ausschloss.
Die IMechE hob die mangelnde Infrastruktur hervor. Sie berichtete über das Fehlen von Aufzügen und Rampen an Bahnhöfen, große Lücken auf den Bahnsteigen sowie den Mangel an taktilem Boden und einem sensorisch anpassbaren Umfeld. Diese Defizite verhinderten, dass Menschen vom Zugang zu Arbeit, Bildung und dem täglichen Leben ausgeschlossen blieben.
Der Bericht ergab, dass fast die Hälfte der behinderten Fachkräfte Jobangebote ablehnte, weil sie durch Verkehrsprobleme behindert wurden. Dadurch blieben etwa 2,8 Millionen Menschen effektiv vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, was maßgeblich auf die Verkehrshürden zurückzuführen war. Basierend auf Schätzungen der Nationalen Statistikbehörde, die den jährlichen Beitrag eines Arbeitnehmers zur Wirtschaftsleistung auf etwa 63.000 Pfund festlegten, schätzte die IMechE, dass die Unterstützung aller dieser Personen bei der Erlangung einer Beschäftigung jährlich 176,4 Milliarden Pfund zur nationalen Wirtschaft beitragen würde.
Der Bericht bezeichnete unzugängliche Busse, Züge und Bahnhöfe nicht nur als soziales Versagen, sondern als einen massiven wirtschaftlichen Selbstzweck, der Wachstum, Produktivität und den Weg des Vereinigten Königreichs zur Klimaneutralität behinderte. Diese Analyse erfolgte nach der Ankündigung von Milliardenabschlägen bei Infrastrukturprojekten durch den Premierminister Keir Starmer.
Die Institution schätzte die Kosten für die Investition in ein vollständig inklusives Schienennetz auf zwischen 20 und 24 Milliarden Pfund über mehrere Jahre. Die IMechE forderte die Regierung auf, Steueranreize für Barrierefreiheits-Verbesserungen zu prüfen und die inklusive Gestaltung als Kernanforderung für die Ingenieurwissenschaften zu etablieren. Die Organisation betonte, dass die 176-Milliarden-Schätzung konservativ sei, da andere wirtschaftliche Vorteile existierten, wie beispielsweise eine mögliche jährliche Steigerung von 22,3 Milliarden Pfund in den Bereichen Handel, Freizeit und Tourismus durch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch Menschen mit Behinderungen.
Zudem prognostizierte die IMechE, dass die Schließung der Zugänglichkeit zwischen 10 und 34 Milliarden Pfund an zusätzlichen jährlichen Fahrgeldern für Verkehrsbetriebe generieren konnte. James Partington, Direktor für Ingenieurpolitik und Auswirkungen der IMechE, betonte: „Das Vereinigte Königreich besitzt kein Verkehrsproblem. Es besitzt ein Wachstumsproblem, das sich als Verkehrsproblem tarnt. Die Behebung der Zugänglichkeit war nicht nur die richtige Maßnahme, sondern einer der schnellsten Wege, um Arbeitsplätze zu erschließen, die Wirtschaft anzukurbeln und das Land zukunftssicher zu machen.“