Zwei Männer wurden in Großbritannien zur Verantwortung gezogen, nachdem sie sich der Spionage für China und der Überwachung von Dissidenten durch eine geheime Ermittlungsoperation schuldig befanden. Ein Beamter der britischen Grenzschutzbehörde und ein Handelsbeamter aus Hongkong, beide ansässig in London, wurden vor dem Old Bailey verurteilt. Sie gelten als die ersten Personen in der britischen Geschichte, die wegen Spionage für China verurteilt wurden.
Die Verurteilten, Chi Leung „Peter“ Wai und Chung Biu Yuen, wurden wegen Beihilfe zu einer ausländischen Nachrichtendienststelle verurteilt. Wai, der für den Grenzschutz am Flughafen Heathrow tätig war, wurde zusätzlich wegen Fehlverhaltens im Amt angeklagt, insbesondere im Zusammenhang mit unbefugten Durchsuchungen von Datenbanken des Innenministeriums. Die Richter stellten fest, dass die beiden Männer die Anschuldigungen bestritten, doch die Jury fällte sie aufgrund der Mehrheitsentscheide. Mrs Justice Cheema-Grubb wird die Strafen für die beiden dual-chinesischen und britischen Staatsbürger später festlegen.
Die Ermittlungen zeigten, dass Wai auf Anweisung von Yuen, einem leitenden Manager des Hongkonger Wirtschafts- und Handelsbüros in London, Informationen sammelte. Die gesammelten Daten zielten auf spezifische Personen ab, darunter einen Exilpolitiker und Aktivisten sowie ehemalige britische Kabinettsmitglieder. Es wurde festgestellt, dass Wai versucht hatte, in Hongkonger Pro-Demokratiegruppen einzudringen und Informationen über britische Politiker zu sammeln.
Die Spionagegruppe wurde entdeckt, als die Polizei einen Versuch, eine persönliche Assistentin zu entführen, durchschlug. Die Gruppe versuchte dabei, sich als Elektriker auszugeben, um in die Wohnung der Assistentin einzudringen. Während dieser Vorfall starb ein dritter Angeklagter, Matthew Trickett, der nach seiner Freilassung Suizidversuche unternommen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte die Haft für Trickett beantragt, um ihn zu schützen, nachdem er sich in einer Polizeizelle selbst getötet hatte.
Die Verteidigung von Wai berief sich auf die Behauptung, er habe lediglich Informationen über das britische Leben weitergegeben. Die Anklagebehörde präsentierte jedoch Beweise, die belegten, dass die Männer Pläne zur Zielerfassung von Aktivisten besprachen. Die Botschaft der Volksrepublik China in London äußerte sich zu den Vorwürfen und kritisierte die britische Regierung für die Anschuldigungen.