Zwei russische Bürger wurden in Luanda, der Hauptstadt Angolas, für Terrorismus und Spionage verurteilt. Der politische Berater Igor Ratchin erhielt eine Freiheitsstrafe von elf Jahren, während der Übersetzer Lev Lakshtanov acht Jahre Haft erhielt. Beide Angeklagten bestritten die vorgeworfenen Anschuldigungen. Sie wurden im August festgenommen, weil sie angeblich anti-regierungsbezogene Proteste angeheizt, eine Desinformationskampagne durchgeführt und versuchten, bei der nächsten Präsidentschaftswahl Einfluss zu nehmen.
Die Behörden erhoben die Anklage, dass Ratchin und Lakshtanov an einer politischen Einflussoperation beteiligt waren, die mit der Organisation Africa Politology in Verbindung stand. Die angolanischen Behörden beschrieben diese Organisation als ein russisches politisches Netzwerk, das aus der inzwischen aufgelösten Wagner-Söldnergruppe hervorgegangen war. Weiterhin behaupteten die Staatsanwälte, Africa Politology versuchte, anti-westliche Narrative zu verbreiten, politische Kontakte zu pflegen und die Politik in Angola vor den Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen.
Die Verteidiger der Angeklagten verneinten jegliche Verbindung zur Wagner-Gruppe oder zum russischen Staat. Sie erklärten, sie arbeiteten an Plänen zur Errichtung eines russischen Kulturzentrums in Luanda. Zudem wurden zwei Angolaner, der Sportjournalist Amor Carlos Tomé und der politische Aktivist Francisco Oliveira, wegen ähnlicher Vorwürfe im Zusammenhang mit dieser russisch verknüpften Einflussoperation angeklagt. Tomé erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe, während Oliveira freigesprochen wurde.
Die Staatsanwaltschaft klagte ferner, dass die Angeklagten eine Rolle bei der Organisation tödlicher Unruhen in Angola im Jahr 2025 spielten. Es wurde behauptet, die Russen zahlten lokalen Journalisten und Experten mehr als 24.000 Dollar, um pro-russische und anti-regierungsbezogene Inhalte zu verbreiten, die darauf abzielten, politische Veränderungen in Angola zu provozieren. Die Anklage stützte sich auf Publikationen und Fotos, die auf den Geräten der Angeklagten gefunden wurden, sowie auf angeblichen Kontakten zu hochrangigen angolanischen politischen Figuren.
Die Verteidigung stellte die Inhalte der Anklage kontinuierlich in Frage und argumentierte, dass diese oft auf Annahmen und nicht auf konkreten Beweisen beruhten. Während der Verfahren gab es auch Kontroversen, beispielsweise darüber, ob die Anklageerklärung laut vorgelesen werden musste. Die Angeklagten hatten zuvor erklärt, dass sie Treffen mit politischen Figuren beider Parteien – der regierenden MPLA und der Opposition Unita – abgehalten hatten, diese Treffen jedoch nicht mit illegalen Aktivitäten in Verbindung brachten.